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Franziska Drohsel

Auch die hanebüchenen Angriffe auf Franziska Drohsel zeigen mir wieder einmal, wie massiv und mit welch fragwürdigen Mitteln diese Gesellschaft abweichendes Verhalten diszipliniert: Sobald jemand den lauen Konsens dieser zutiefst korrupten Gesellschaft stört, wird zugeschlagen – und doppelt hart, wenn es sich bei dem “Störer” selber um einen Angehörifen der Machtelite handelt. Dass auch ein paar SPD-Spießer mithetzen, versteht sich fast schon von selbst. Überflüssig zu erwähnen, dass man nichts konkretes gegen Drohsel in der Hand hat und also mal wieder Konjunktive bzw Cluster lancieren muss. In der “Roten Hilfe” gibt es auch Linksradikale, also…und schon nimmt die Ausstreuung ihren Lauf. Sie könnte ja… Sie könnte übrigens wirklich: Und wenn schon! Das geht Herrn Kühn, der sich vermutlich im Seeheimer Kreis profilieren will, einen feuchten Käsekuchen an. Drohsel engagiert sich mit guten Gründen bei der roten Hilfe – diese guten Gründe sind unter “Heiligendamm Rechtsbruch” ergoogelbar. Diese übergriffige Logik des Verdachts ist mir zutiefst zuwider – noch im Vollsuff würde ich mich ihrer schämen.

Ich weiß nicht, ob Drohsel sich irgend etwas von der Partei erwartet. Sie sollte im Zweifelsfall einfach austreten. Aus der SPD, meine ich natürlich. Muss übrigens nichtmal ein Karriereknick sein: Sie ist jung, schön, intelligent, sehr eloquent und sollte sich als Ikone der neuen Apo eignen, als deutsche Naomi Klein – ist jetzt etwas böse und mithin leicht neidisch von mir…

Hier ein nettes kurzes Interview, mir gefällt insbesondere, dass sie als eine der ersten Bundespolitiker Kern und Wesen der Hartz-Gesetze benennt: Die Erniedrigung, die darin liegt, der Arbeitsagentur de facto ausgeliefert zu sein. Die von Franziska Drohsel so benannte Definitionsmacht liegt letztlich natürlich nicht bei der BA, sondern beim Sozialgericht – das weiß die Juristin Drohsel auch -, aber per Beweislastumkehr (31 SGB II bzw 144 SGB III) in Verbindung mit der vorläufigen Zahlungseinstellung nach 331 SGB III haben die Arbeitsagenturen und ARGEn in der Tat de facto vollen Zugriff auf die Person des Arbeitslosen; bis in deren persönlichen Bereich hinein (Stichworte: Fallmanagement, psychologisches Gutachten).

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